Jason von Juterczenka ist weit mehr als die reale Vorlage für den Kinofilm „Wochenendrebellen“. Der 2005 in Augsburg geborene Autist wurde zunächst durch die ungewöhnliche Suche nach einem Lieblingsfußballverein mit seinem Vater Mirco bekannt. Inzwischen studiert er Physik an der ETH Zürich, beschäftigt sich wissenschaftlich mit chaotischen Systemen und tritt öffentlich zu Themen wie Autismus, Neurodiversität und Wissenschaft auf. Am 23. Juni 2026 wurde Jason 21 Jahre alt.
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Viele Menschen stoßen auf seinen Namen erst durch den Film. Dabei begann die Geschichte der „Wochenendrebellen“ Jahre vor der Kinoverfilmung und entwickelte sich von einer Vater-Sohn-Stadionreise zu einem Projekt aus Büchern, Podcast, Wissenschaft und gesellschaftlichem Engagement.

Wer ist Jason von Juterczenka?
Jason Luke von Juterczenka wurde am 23. Juni 2005 in Augsburg geboren. Im Alter von vier Jahren erhielt er eine Autismusdiagnose. Schon früh beschäftigte er sich intensiv mit Astronomie, Physik und anderen naturwissenschaftlichen Fragen.
Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Jason gemeinsam mit seinem Vater Mirco von Juterczenka bekannt. Die beiden reisten seit Jasons Kindheit zu Fußballspielen, weil Jason einen Lieblingsverein finden wollte – allerdings nicht einfach anhand sportlicher Erfolge oder familiärer Tradition.
Er entwickelte eigene Kriterien für seine Entscheidung. Dazu gehörten beispielsweise die Atmosphäre im Stadion, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Fankultur und weitere Details des Vereinsumfelds. Aus diesen Reisen entstanden die „Wochenendrebellen“.
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Jason Luke von Juterczenka |
| Geburtsdatum | 23. Juni 2005 |
| Geburtsort | Augsburg |
| Alter | 21 Jahre, Stand August 2026 |
| Bekannt durch | Wochenendrebellen |
| Vater | Mirco von Juterczenka |
| Studium | Physik an der ETH Zürich |
| Studienbeginn | 2024 |
| Forschungsinteresse | unter anderem chaotische Systeme |
| Weitere Tätigkeiten | Autor, Podcaster, Vorträge und öffentliche Veranstaltungen |
Wie entstanden die Wochenendrebellen?
Die eigentliche Geschichte hinter den Wochenendrebellen begann, als Jason noch ein Kind war. Nach einem Stadionbesuch entstand die Idee, für ihn einen eigenen Lieblingsfußballverein zu finden. Statt spontan einen Club auszuwählen, wollte Jason die infrage kommenden Mannschaften und Stadien persönlich kennenlernen.
So entwickelte sich eine jahrelange Groundhopping-Reise von Jason und seinem Vater Mirco. Bereits ab 2011 waren Vater und Sohn gemeinsam in Fußballstadien unterwegs. Später wurden auch Spiele und Stadien außerhalb Deutschlands Teil ihrer Reisen.
Der entscheidende Punkt ist: Fußball ist bei den Wochenendrebellen nur ein Teil der Geschichte. Ebenso wichtig sind die Beziehung zwischen Vater und Sohn, Jasons Wahrnehmung als Autist, familiäre Herausforderungen und die Frage, wie Menschen miteinander umgehen, deren Bedürfnisse und Denkweisen stark voneinander abweichen.
Mirco begann die gemeinsamen Erlebnisse in einem Blog festzuhalten. Hinzu kam der Podcast „Radiorebell“, in dem Jason und Mirco über sehr unterschiedliche Themen sprechen – von Fußball und Autismus bis zu Naturwissenschaften.
2017 wurde das gemeinsame Onlineprojekt beim Grimme Online Award ausgezeichnet. Jason und Mirco von Juterczenka wurden dort als Verantwortliche des Angebots genannt. Die Jury hob gerade die Verbindung von Wissenschaft, Alltag, Fußball und einer persönlichen Perspektive auf Autismus hervor.
Jason von Juterczenka und der Film „Wochenendrebellen“
Die öffentliche Bekanntheit der Familie nahm durch den 2023 gestarteten Kinofilm „Wochenendrebellen“ noch einmal deutlich zu. Grundlage war die reale Geschichte von Jason und Mirco sowie ihr gemeinsames Buch „Wir Wochenendrebellen“.
Im Film spielt Cecilio Andresen die Rolle des jungen Jason. Florian David Fitz verkörpert Mirco, während Aylin Tezel Jasons Mutter Fatime spielt. Regie führte Marc Rothemund, das Drehbuch stammt von Richard Kropf. Der deutsche Kinostart erfolgte am 28. September 2023.
Ein häufiger Irrtum bei der Suche nach Jason von Juterczenka sollte deshalb ausdrücklich geklärt werden:
Jason von Juterczenka ist nicht der Schauspieler, der Jason im Film spielt. Er ist der reale Mensch, auf dessen Kindheit und Erlebnissen die Figur basiert. Cecilio Andresen übernimmt seine Rolle in der Verfilmung.
Jason und sein Vater waren in die Entwicklung des Films eingebunden. Besonderes Augenmerk lag darauf, Jasons individuelle Wahrnehmung und seinen Autismus nicht einfach nach üblichen Filmklischees darzustellen. Die beiden echten Wochenendrebellen sind außerdem kurz selbst als Fußballfans im Film zu sehen.
Was ist im Film anders als in der Realität?
„Wochenendrebellen“ basiert auf wahren Begebenheiten, ist aber keine dokumentarische Eins-zu-eins-Wiedergabe.
Ein besonders wichtiger Unterschied betrifft die Zeitachse. Im Film wird Jason als Zehnjähriger gezeigt, als die Suche nach dem Lieblingsverein beginnt. Tatsächlich war er deutlich jünger, als die gemeinsamen Stadionreisen starteten. Die Ereignisse mehrerer Jahre wurden für eine funktionierende Spielfilmhandlung zusammengeführt.
Auch einzelne Konflikte und Abmachungen wurden dramaturgisch verändert oder zugespitzt. Deshalb sollte man den Film als autobiografisch inspirierten Spielfilm verstehen – nicht als vollständige Rekonstruktion von Jasons Kindheit.
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Wissenschaft statt nur Fußball: Jasons Weg in die Physik
Wer Jason von Juterczenka ausschließlich mit Fußball verbindet, übersieht einen wesentlichen Teil seiner Biografie. Naturwissenschaften gehören seit seiner Kindheit zu seinen stärksten Interessen.
Bereits als Jugendlicher arbeitete er am SchülerForschungsZentrum Nordhessen an physikalischen Projekten. Ein Schwerpunkt waren chaotische Systeme und Chaostheorie.
2019 gewann der damals 13-Jährige beim hessischen Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ den ersten Preis im Fachgebiet Physik. Sein Projekt untersuchte ein Chaospendel. Zusätzlich erhielt er den Sonderpreis für die schöpferisch beste Arbeit des Hessischen Kultusministeriums.
Auch später setzte er seine Forschung fort. Beim 57. Bundeswettbewerb Jugend forscht 2022 beschäftigte sich Jason mit der „Fraktalen Dimension chaotischer Attraktoren“. Beim Bundeswettbewerb erreichte er im Fachgebiet Physik einen fünften Preis.
Diese wissenschaftliche Seite ist für das Verständnis seiner öffentlichen Person wichtig. Die Wochenendrebellen-Geschichte machte ihn bekannt, doch seine langfristigen Interessen gehen deutlich über Fußball und Medienauftritte hinaus.
Was macht Jason von Juterczenka heute?
Stand August 2026 ist Jason von Juterczenka 21 Jahre alt und Physikstudent in der Schweiz. Nach seinem Abitur begann er 2024 sein Physikstudium an der ETH Zürich. Seine eigene Projektchronik beschreibt den Studienbeginn im September 2024.
Vor dem Studium absolvierte er Anfang 2024 zudem ein Praktikum am europäischen Forschungszentrum CERN bei Genf. Dort erhielt er Einblicke in die Teilchenphysik und den wissenschaftlichen Betrieb rund um große Forschungsanlagen.
Parallel dazu existieren die Wochenendrebellen weiter. Jason und Mirco treten bei Lesungen und Filmgesprächen auf und betreiben weiterhin ihren Podcast. Noch im Sommer 2026 standen gemeinsame Veranstaltungen auf dem Programm; Anfang August berichtete die HNA beispielsweise über einen Auftritt der beiden in Schwalmstadt.
Auch die Filmgeschichte wird fortgesetzt. „Wochenendrebellen 2“ befindet sich für 2026/2027 in der Filmografie der beteiligten Produktionsfirma Wiedemann & Berg sowie von Regisseur Marc Rothemund. Damit ist inzwischen bestätigt, dass die Verfilmung der Geschichte nicht bei Teil eins endet.
Autismus und Neurodiversität spielen weiterhin eine wichtige Rolle
Jason bezeichnet sich selbst öffentlich als Autist. Seine Perspektive auf Autismus gehört seit Jahren zum Wochenendrebellen-Projekt, allerdings nicht im Sinne einer allgemeinen medizinischen Anleitung.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Der Film, die Bücher und Jasons öffentliche Aussagen zeigen seine persönliche autistische Erfahrung. Sie beschreiben nicht automatisch die Wahrnehmung aller autistischen Menschen.
Gerade hier liegt ein wesentlicher Teil der Wirkung der Wochenendrebellen. Statt Autismus ausschließlich über Defizite zu erzählen, wird sichtbar, dass bestimmte Situationen für Jason erhebliche Schwierigkeiten verursachen können, während seine analytische Denkweise, seine ausgeprägten Interessen und sein Bedürfnis nach Fakten gleichzeitig wichtige Teile seiner Persönlichkeit sind.
Jason engagiert sich zudem öffentlich für eine stärkere Akzeptanz von Neurodiversität. Wissenschaft, Klima- und Wasserthemen sowie gesellschaftliche Fragen gehören inzwischen ebenfalls regelmäßig zum Projekt.
Dabei wäre es falsch, aus Jasons Biografie allgemeine Aussagen wie „Autisten sind besonders gut in Mathematik“ oder ähnliche Stereotype abzuleiten. Seine wissenschaftlichen Leistungen sind individuelle Leistungen – keine allgemeine Eigenschaft von Menschen im Autismus-Spektrum.
Bücher, Podcast und weitere Projekte
Die Wochenendrebellen existieren längst in mehreren Formaten.
2017 erschien „Wir Wochenendrebellen“, in dem Jason und Mirco ihre Vater-Sohn-Geschichte und die ungewöhnliche Suche nach einem Lieblingsverein erzählen. Das Buch wurde später zur Grundlage des Kinofilms.
Ende 2023 folgte mit „Chaos auf Augenhöhe“ eine Fortsetzung. Darin geht die gemeinsame Geschichte über den Zeitraum hinaus, den der erste Film abbildet. Fußball bleibt ein Thema, zugleich nehmen Wissenschaft, Familie und weitere gemeinsame Erlebnisse größeren Raum ein.
Hinzu kommt der bereits seit Jahren bestehende Radiorebell-Podcast. Auch 2026 erscheinen dort Beiträge von Jason und Mirco. Das Spektrum reicht inzwischen von Familiengeschichten und Fußball über Autismus bis zu Physik, Astronomie und Klimaforschung.
Dadurch unterscheidet sich Jason von vielen Personen, die lediglich durch eine Filmvorlage kurz öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Seine eigene Arbeit und das Familienprojekt bestanden lange vor dem Kinofilm und werden auch danach weitergeführt.
Frequently Asked Questions
1. Wie alt ist Jason von Juterczenka?
Jason von Juterczenka wurde am 23. Juni 2005 geboren. Seit dem 23. Juni 2026 ist er 21 Jahre alt.
2. Wo wurde Jason von Juterczenka geboren?
Er wurde in Augsburg geboren. Später lebte die Familie in Nordhessen.
3. Ist Jason von Juterczenka wirklich Autist?
Ja. Jason spricht selbst öffentlich über seinen Autismus. Nach seinen eigenen Angaben erhielt er im Alter von vier Jahren eine Autismusdiagnose.
4. Wer spielt Jason in „Wochenendrebellen“?
Der Schauspieler Cecilio Andresen verkörpert Jason. Jason von Juterczenka ist dagegen die reale Person, auf deren Geschichte die Filmfigur basiert.
5. Wer ist Jasons Vater?
Sein Vater ist Mirco von Juterczenka. Gemeinsam bilden sie das bekannte Vater-Sohn-Duo der Wochenendrebellen und veröffentlichten Bücher, Blog- und Podcastinhalte.
6. Was studiert Jason von Juterczenka?
Jason studiert seit 2024 Physik an der ETH Zürich. Bereits als Schüler beschäftigte er sich intensiv mit Chaostheorie und nahm erfolgreich an Jugend-forscht-Wettbewerben teil.
7. Gibt es einen zweiten Teil von „Wochenendrebellen“?
Ja, eine Filmfortsetzung ist inzwischen als Produktion für 2026/2027 geführt. Regie führt erneut Marc Rothemund; auch Drehbuchautor Richard Kropf und mehrere Darsteller des ersten Films sind wieder mit dem Projekt verbunden.
Conclusion
Jason von Juterczenka ist der reale Mensch hinter der Geschichte von „Wochenendrebellen“, aber seine Biografie lässt sich nicht auf den Kinofilm reduzieren. Aus einem sechsjährigen Jungen auf ungewöhnlicher Lieblingsvereinssuche wurde ein erfolgreicher Nachwuchsforscher, Autor und heute 21-jähriger Physikstudent an der ETH Zürich.
Seine Geschichte verbindet Fußball, Familie, Autismus und Wissenschaft auf eine ungewöhnliche Weise. Besonders interessant ist die Entwicklung nach den Ereignissen des ersten Films: Die wissenschaftliche Arbeit wurde wichtiger, Jason begann sein Physikstudium und die Wochenendrebellen entwickelten sich zu einem langfristigen Medien- und Bildungsprojekt.
Wer durch den Kinofilm auf Jason aufmerksam geworden ist, sollte deshalb vor allem zwischen Filmfigur und realer Biografie unterscheiden. Die echten Wochenendrebellen haben längst weit mehr zu erzählen als die Ereignisse, die 2023 auf die Kinoleinwand kamen.
