„Aus Haut und Knochen“ ist ein deutsches Fernseh- und Familiendrama über Magersucht und darüber, was eine Essstörung mit einer ganzen Familie machen kann. Im Mittelpunkt steht die 16-jährige Lara, gespielt von Lisa-Marie Koroll. Ihre Eltern Susanne und Peter werden von Anja Kling und Oliver Mommsen verkörpert.
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Der Film wurde bereits 2019 produziert und beim Filmfest Hamburg gezeigt, seine Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen erfolgte jedoch erst am 1. Dezember 2020 bei SAT.1. Daher findet man je nach Filmdatenbank sowohl 2019 als auch 2020 als Jahresangabe.
Im Kern erzählt „Aus Haut und Knochen“ keine einfache Geschichte über das Abnehmen. Vielmehr geht es um eine psychische Erkrankung, Laras verzerrte Selbstwahrnehmung, die Hilflosigkeit ihrer Eltern und die Frage, wie schwierig Hilfe wird, wenn die betroffene Person selbst ihre Erkrankung lange nicht anerkennen kann.

Worum geht es in „Aus Haut und Knochen“?
Lara ist 16 Jahre alt, sportlich und wirkt auf ihre Familie zunächst wie eine ganz normale Jugendliche. Allerdings häufen sich Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt. Sie treibt außergewöhnlich viel Sport, versteckt Essen und trägt Kleidung, unter der Veränderungen ihres Körpers kaum auffallen.
Nach einem Schwächeanfall und weiteren auffälligen Situationen lässt sich die Realität schließlich nicht länger verdrängen: Lara leidet an Magersucht beziehungsweise Anorexia nervosa.
Besonders für ihre Eltern Susanne und Peter ist die Diagnose ein Schock. Rückblickend erkennen sie zahlreiche Warnzeichen, denen sie zuvor jeweils eine harmlose Erklärung gegeben hatten. Gleichzeitig reagieren Mutter und Vater sehr unterschiedlich auf die Situation.
Susanne versucht zunehmend verzweifelt, ihre Tochter zu kontrollieren und ihr zu helfen. Peter will das Ausmaß der Erkrankung zunächst nicht vollständig wahrhaben. Lara wiederum empfindet viele Hilfsversuche nicht als Unterstützung, sondern als Bedrohung für die Kontrolle, die sie über ihr Leben zu besitzen glaubt.
Genau daraus entwickelt der Film seinen zentralen Konflikt: Die Familie möchte Lara retten, während Lara selbst lange nicht akzeptieren kann, dass sie überhaupt gerettet werden muss.
Die Handlung: Wie Laras Magersucht die Familie verändert
„Aus Haut und Knochen“ beginnt nicht mit einer bereits offen diagnostizierten Essstörung. Stattdessen zeigt der Film zunächst, wie sich die Erkrankung hinter einem scheinbar normalen Familienalltag verbergen kann.
Laras intensiver Sport wirkt zunächst wie Ehrgeiz. Ihre Kleidung verdeckt ihre Figur. Weggeworfenes oder verstecktes Essen lässt sich erklären. Selbst ein körperlicher Zusammenbruch führt nicht sofort dazu, dass ihre Eltern das gesamte Ausmaß erkennen.
Als Susanne schließlich versteht, wie ernst die Situation ist, verändert sich die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Aus Sorge wird Kontrolle. Susanne durchsucht Laras Sachen und versucht herauszufinden, ob ihre Tochter tatsächlich isst. Lara entwickelt wiederum Strategien, um ihre Eltern zu täuschen.
Peter nimmt zunächst eine andere Position ein. Er versucht stärker, Lara zu vertrauen und die Situation weniger dramatisch zu betrachten. Dadurch geraten auch die Eltern miteinander in Konflikt.
Der Film macht damit deutlich, dass die Erkrankung nicht isoliert bei Lara bleibt. Vertrauen, Partnerschaft und Familienleben werden zunehmend von der Magersucht bestimmt.
Später nimmt Lara an therapeutischen Angeboten teil und lernt dort die ebenfalls betroffene Jasna kennen. Diese Begegnung wird für ihre Entwicklung bedeutsam. Die Geschichte steuert jedoch nicht auf eine einfache Heilung zu. Vielmehr geht es darum, ob Lara überhaupt den Punkt erreicht, an dem sie ihre Erkrankung selbst als solche erkennen kann.
Besetzung von „Aus Haut und Knochen“
Die drei zentralen Rollen werden von Lisa-Marie Koroll, Anja Kling und Oliver Mommsen gespielt. Die offiziell dokumentierte Besetzung umfasst außerdem mehrere Figuren aus Laras familiärem, schulischem und therapeutischem Umfeld.
| Rolle | Schauspielerin/Schauspieler |
|---|---|
| Lara | Lisa-Marie Koroll |
| Susanne | Anja Kling |
| Peter | Oliver Mommsen |
| Steffi | Mareile Blendl |
| Thomas | Marc Fischer |
| Sascha | David Hürten |
| Jonas | Vico Magno |
| Jasna | Hannah Schiller |
| Dr. Pauli | Regine Schroeder |
| Tim | Madieu Ulbrich |
| Moritz Krüger | Paul Michael Stiehler |
Vor allem Lisa-Marie Korolls Darstellung von Lara fand Beachtung. Für ihre Leistungen in „Aus Haut und Knochen“ und der Serie „Wir sind jetzt“ wurde sie 2021 für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin nominiert. Gewonnen hat die Kategorie damals Petra Schmidt-Schaller; bei Koroll handelte es sich also um eine Nominierung, nicht um einen Sieg.
Für besonders extreme Darstellungen von Laras abgemagertem Körper wurde zudem ein Körperdouble eingesetzt. Lisa-Marie Koroll musste sich für diese Szenen nicht selbst auf ein gesundheitlich gefährliches Gewicht bringen.
Wie endet „Aus Haut und Knochen“?
Achtung: Dieser Abschnitt enthält Spoiler zum Ende des Films.
Das Ende bietet bewusst keine klassische Lösung, bei der Lara plötzlich als vollständig geheilt gezeigt wird.
Im Verlauf ihrer Erkrankung verschlechtert sich ihre Lage erheblich. Nach weiteren Krisen und medizinischer Behandlung wird immer deutlicher, dass weder elterliche Kontrolle noch gute Absichten allein ausreichen. Lara muss selbst erkennen, dass sie krank ist.
Ein wichtiger Wendepunkt entsteht durch ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen und durch die Konfrontation mit den lebensbedrohlichen Folgen einer Essstörung. Besonders einschneidend ist das Schicksal von Jasna, die Lara während der Therapie kennenlernt.
Schließlich verändert sich Laras Haltung. Sie kann erstmals deutlich aussprechen, dass sie magersüchtig ist und Hilfe benötigt. Der Film beendet die Geschichte damit nicht mit einer vollständigen Genesung, sondern mit dem Beginn von Krankheitseinsicht.
Das ist ein entscheidender Unterschied: Das Ende bedeutet nicht, dass Lara geheilt ist. Es bedeutet, dass sie ihren Zustand nicht mehr vollständig verleugnet.
Eine pädagogische Analyse der Universität Würzburg beschreibt das Ende ebenfalls als offen: Wie Laras weiterer therapeutischer Weg aussieht und ob beziehungsweise wann sie langfristig gesund wird, lässt der Film unbeantwortet.
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Ist „Aus Haut und Knochen“ eine wahre Geschichte?
Es gibt keine belastbare öffentliche Bestätigung dafür, dass Laras Geschichte auf einer einzelnen realen Person oder einem konkreten dokumentierten Fall basiert. Es wäre deshalb irreführend, „Aus Haut und Knochen“ als Verfilmung einer wahren Geschichte zu bezeichnen.
Der Film wurde von SAT.1 als Themenfilm über Magersucht entwickelt. Drehbuchautor Burkhardt Wunderlich schrieb die Geschichte, Regie führte damals Christina Schiewe. Sie arbeitet inzwischen unter dem Namen Christina Adler. Dadurch tauchen in aktuellen Datenbanken teilweise beide Namen auf, obwohl es sich um dieselbe Regisseurin handelt.
Eine reale Verbindung zum Thema gibt es dennoch: Lisa-Marie Koroll hat öffentlich über eigene Erfahrungen mit einer Essstörung beziehungsweise einer problematischen Fixierung auf gesundes Essen in ihrer Jugend gesprochen. Sie erklärte zudem, sich intensiv mit dem Thema beschäftigt zu haben, um Lara glaubwürdig darstellen zu können. Das macht den Film jedoch nicht zu ihrer autobiografischen Geschichte.
Gerade diese Unterscheidung ist wichtig. Lara ist eine Filmfigur; Korolls persönliche Erfahrungen und die Handlung von Lara dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Produktion, Regie und Drehorte
„Aus Haut und Knochen“ entstand für SAT.1 bei der Rowboat Film- und Fernsehproduktion. Das Drehbuch stammt von Burkhardt Wunderlich, Produzenten waren unter anderem Sam Davis und Kim Fatheuer.
Gedreht wurde vom 26. März bis 24. April 2019 in Köln und Umgebung. Die Laufzeit beträgt rund 90 Minuten. Seine Premiere hatte der Film im September 2019 beim Filmfest Hamburg. Die Fernsehpremiere bei SAT.1 folgte am 1. Dezember 2020.
Dass manche Plattformen den Film als Produktion von 2019 und andere als Film von 2020 führen, ist somit kein Hinweis auf zwei unterschiedliche Fassungen. Die unterschiedlichen Jahreszahlen beziehen sich im Wesentlichen auf Produktions beziehungsweise Festivaljahr und Fernsehausstrahlung.
Auch beim Namen der Regisseurin gibt es eine ähnliche scheinbare Unstimmigkeit. In den ursprünglichen Credits steht Christina Schiewe. Heute heißt die Filmemacherin Christina Adler und bezeichnet sich selbst als „ehemals Schiewe“. Beide Angaben beziehen sich daher auf dieselbe Person.

Warum der Film mehr als ein gewöhnliches Familiendrama ist
Die Stärke von „Aus Haut und Knochen“ liegt vor allem darin, dass Magersucht nicht lediglich als sichtbares Untergewicht dargestellt wird.
Der Film konzentriert sich stark auf die psychischen und zwischenmenschlichen Mechanismen: Verheimlichung, Kontrollbedürfnis, verzerrte Körperwahrnehmung, Konflikte innerhalb der Familie und die Schwierigkeit, Hilfe anzunehmen.
Gleichzeitig zeigt die Geschichte verschiedene typische Reaktionen von Angehörigen. Susanne möchte immer mehr kontrollieren und überschreitet dabei teilweise Laras persönliche Grenzen. Peter verdrängt das Problem zunächst stärker. Beide handeln aus Sorge, finden aber nicht automatisch den richtigen Umgang mit der Erkrankung.
Damit vermeidet der Film eine allzu einfache Botschaft nach dem Schema „Eltern müssen ihr Kind nur zum Essen bringen“. Stattdessen wird sichtbar, dass eine psychische Erkrankung nicht allein durch Willenskraft, Überwachung oder familiäre Liebe verschwindet.
Kritiken hoben insbesondere die Schauspieler hervor. Tittelbach.tv bewertete die Produktion als ernsthafte, weitgehend auf Effekthascherei verzichtende Auseinandersetzung mit dem Thema. Der Filmdienst sah ebenfalls glaubwürdige Darsteller, merkte aber an, dass einzelne Passagen lehrbuchhaft und manche Figuren oder emotionale Momente klischeehaft wirken können.
Der Film sollte dennoch nicht mit einer medizinischen Dokumentation oder einem therapeutischen Leitfaden verwechselt werden. Er erzählt eine fiktionale Familiengeschichte und kann bestimmte Aspekte einer komplexen Erkrankung zwangsläufig nur verkürzt zeigen.
Wo kann man „Aus Haut und Knochen“ streamen?
Für Zuschauer in Deutschland ist der Film weiterhin online auffindbar. Nach dem Ende August 2026 überprüften Streaming-Stand wird „Aus Haut und Knochen“ bei Joyn beziehungsweise im Joyn-Plus-Angebot geführt. Joyn selbst listet den rund 91-minütigen Film ebenfalls in seinem aktuellen Katalog.
Streamingrechte können sich allerdings kurzfristig ändern. Wer den Film zu einem späteren Zeitpunkt sehen möchte, sollte deshalb die aktuelle Verfügbarkeit direkt beim jeweiligen Anbieter überprüfen.
Auch im linearen Fernsehen wurde das Drama nach seiner Erstausstrahlung mehrfach wiederholt. Die dokumentierten Sendetermine reichen bis ins Jahr 2026.
Frequently Asked Questions
1. Worum geht es in „Aus Haut und Knochen“?
Der Film handelt von der 16-jährigen Lara, deren Eltern entdecken, dass sie an Magersucht leidet. Im Mittelpunkt stehen Laras Krankheit, ihre verzerrte Selbstwahrnehmung und die Auswirkungen auf ihre Familie.
2. Wer spielt Lara in „Aus Haut und Knochen“?
Lara wird von Lisa-Marie Koroll gespielt. Für ihre schauspielerische Arbeit in diesem Film und in „Wir sind jetzt“ erhielt sie 2021 eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis.
3. Wer spielt die Eltern von Lara?
Anja Kling verkörpert Laras Mutter Susanne. Oliver Mommsen spielt ihren Vater Peter.
4. Ist „Aus Haut und Knochen“ nach einer wahren Geschichte?
Eine konkrete wahre Geschichte als Vorlage ist nicht öffentlich bestätigt. Der Film ist ein fiktionales Drama über Magersucht. Lisa-Marie Koroll hatte allerdings selbst öffentlich über persönliche Erfahrungen mit gestörtem Essverhalten gesprochen.
5. Wird Lara am Ende geheilt?
Nein. Der Film zeigt keine abgeschlossene Heilung. Entscheidend ist vielmehr, dass Lara schließlich beginnt, ihre Magersucht als Erkrankung anzuerkennen. Ihr weiterer Weg bleibt offen.
6. Wann wurde „Aus Haut und Knochen“ gedreht?
Die Dreharbeiten fanden vom 26. März bis zum 24. April 2019 in Köln und Umgebung statt. Die TV-Erstausstrahlung erfolgte am 1. Dezember 2020.
7. Wo kann man „Aus Haut und Knochen“ sehen?
Nach aktuellem Stand Ende August 2026 wird der Film in Deutschland bei Joyn geführt. Da sich Streamingrechte ändern können, kann die Verfügbarkeit später anders aussehen.
Fazit
„Aus Haut und Knochen“ ist ein ernstes deutsches TV-Drama, das Magersucht nicht nur über das äußere Erscheinungsbild seiner Hauptfigur erzählt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie eine Essstörung Denken, Vertrauen und das gesamte Familienleben verändern kann.
Lisa-Marie Koroll trägt den Film als Lara, während Anja Kling und Oliver Mommsen zwei unterschiedliche Reaktionen von Eltern zeigen, die ihrer Tochter unbedingt helfen möchten und trotzdem immer wieder an Grenzen geraten. Besonders bemerkenswert ist das offene Ende: Der Film verspricht keine schnelle Heilung, sondern lässt Laras Eingeständnis ihrer Erkrankung als möglichen ersten Schritt eines wesentlich längeren Weges stehen.
Wer „Aus Haut und Knochen“ nach einer erneuten TV-Ausstrahlung entdeckt hat, findet damit vor allem ein Familiendrama über Krankheitseinsicht, Kontrollverlust und die Grenzen gut gemeinter Hilfe. Bei aktuellen Wiederholungen oder Streamingangeboten lohnt sich ein erneuter Blick auf die jeweils gültige Programm- und Plattformverfügbarkeit.
