Autorin: Anna
Stand: 3. Oktober 2026

Katrin Konert war 15 Jahre alt, als sie am Abend des 1. Januar 2001 im niedersächsischen Bergen an der Dumme verschwand. Sie wollte zurück zu ihrer Familie nach Groß Gaddau im Landkreis Lüchow-Dannenberg, kam dort aber nie an.

Mehr als 25 Jahre später ist ihr Schicksal weiterhin ungeklärt. Die Polizei geht aufgrund der Gesamtumstände davon aus, dass Katrin etwas zugestoßen sein könnte, und ermittelt wegen eines vermuteten Tötungsdelikts. Wichtig ist dabei die genaue Formulierung: Es gibt öffentlich keinen bestätigten Täter und keinen abschließend bewiesenen Ablauf ihres Verschwindens.

Der Vermisstenfall Katrin Konert gehört weiterhin zu den bekanntesten ungeklärten Fällen in Norddeutschland. Im Jahr 2026 wurde erneut intensiv nach Zeugen und Hinweisen gesucht. Nach einer erneuten Behandlung bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gingen weitere Hinweise ein. Ein öffentlich bestätigter Durchbruch ist bisher jedoch nicht bekannt.

FaktÖffentlich bestätigter Stand
NameKatrin Konert
Alter beim Verschwinden15 Jahre
Vermisst seit1. Januar 2001
Wohnort damalsGroß Gaddau in Niedersachsen
Letzter bekannter BereichBergen an der Dumme
Größe damalsetwa 1,60 Meter
Ermittlungsrichtungvermutetes Tötungsdelikt
Belohnung10.000 Euro für sachdienliche Hinweise
Status 2026weiterhin ungeklärt

Wer ist Katrin Konert?

Katrin Konert lebte mit ihrer Familie im Raum Groß Gaddau im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Bekannt wurde ihr Name nicht durch ein öffentliches Leben, sondern durch ihr bis heute ungeklärtes Verschwinden.

Zum Zeitpunkt des Verschwindens war sie 15 Jahre alt. Die damalige Fahndungsbeschreibung nennt eine Größe von ungefähr 1,60 Metern, eine schlanke Figur und schwarz gefärbte, kinnlange Haare.

Am 1. Januar 2001 trug Katrin laut den veröffentlichten Angaben eine schwarze Jacke mit orangefarbenem Innenfutter, eine schwarze Cordhose, schwarze Stiefel und einen weißen Rollkragenpullover.

Diese Beschreibung bezieht sich ausdrücklich auf ihr Aussehen am Tag ihres Verschwindens. Später veröffentlichte die Polizei auch eine sogenannte Altersprogression, die zeigen sollte, wie Katrin viele Jahre später aussehen könnte.

Für die Ermittler ist jedoch weniger entscheidend, wie Katrin heute aussehen würde. Die wichtigste Frage lautet weiterhin: Was geschah mit ihr am Abend des 1. Januar 2001?

Was geschah mit Katrin Konert am 1. Januar 2001?

Katrin verbrachte den Neujahrstag 2001 zumindest zeitweise in Bergen an der Dumme, etwa 13 Kilometer von ihrem Zuhause in Groß Gaddau entfernt.

Nach öffentlich bekannten Rekonstruktionen hatte sie sich dort bei ihrem damaligen Freund aufgehalten. Der NDR berichtete später, dass dieser deutlich älter als Katrin war und die Beziehung ihren Eltern damals nicht bekannt gewesen sein soll. Dieser Umstand gehört zum bekannten Hintergrund des Falls, ist aber für sich allein kein Beweis für eine Beteiligung am Verschwinden.

Am frühen Abend wollte Katrin wieder nach Hause.

Das war an diesem Tag nicht einfach. Am 1. Januar 2001 herrschte leichter, gefrierender Nieselregen. Auf Straßen und Wegen bildete sich Blitzeis. Gleichzeitig war Katrin für den Weg nach Groß Gaddau auf eine Fahrmöglichkeit angewiesen.

Sie verließ schließlich die Wohnung ihres Freundes und bewegte sich in Richtung Ortskern von Bergen. Mehrere bekannte Rekonstruktionen beschäftigen sich besonders mit dem Bereich einer Bushaltestelle. Die Polizei formuliert vorsichtiger und sagt, Katrin sei zuletzt im Bereich des Ortskerns von Bergen an der Dumme gesehen worden.

Danach verliert sich ihre Spur.

Sie kam nicht bei ihrer Familie in Groß Gaddau an. Es wurde auch kein späterer Aufenthaltsort zweifelsfrei bestätigt.

Genau dieser kurze Zeitraum am Abend des 1. Januar 2001 ist deshalb seit mehr als 25 Jahren der entscheidende Abschnitt des Falls.

Warum ermittelt die Polizei wegen eines vermuteten Tötungsdelikts?

Die Ermittler behandeln das Verschwinden von Katrin Konert nicht als gewöhnlichen Fall einer Jugendlichen, die freiwillig ihr Zuhause verlassen hat.

Aufgrund der gesamten Ermittlungen besteht nach Einschätzung der Polizei der Verdacht, dass Katrin Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte. Deshalb wird wegen eines vermuteten Tötungsdelikts ermittelt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Mord bewiesen wurde.

Bis heute wurde öffentlich weder eine Leiche gefunden noch ein Täter rechtskräftig festgestellt. Auch die genaue Ursache ihres Verschwindens ist nicht bewiesen. Seriös ist deshalb nur die Aussage, dass die Ermittler nach dem bisherigen Gesamtbild von einem schweren Verbrechen ausgehen.

Gerade bei einem bekannten Cold Case ist diese Unterscheidung wichtig. Im Internet finden sich zahlreiche Theorien über Fahrzeuge, Personen aus Katrins Umfeld oder mögliche Orte. Solange solche Vermutungen nicht durch Ermittlungen bestätigt wurden, dürfen sie nicht als Tatsachen dargestellt werden.

Für den Fall Katrin Konert gelten deshalb weiterhin drei klare Grenzen:

Bestätigt ist, dass sie am 1. Januar 2001 verschwand.

Bestätigt ist, dass die Polizei heute wegen eines vermuteten Tötungsdelikts ermittelt.

Nicht bestätigt sind ein konkreter Täter, ein bewiesenes Motiv und ein abschließend geklärter Ablauf des Verschwindens.

Warum wurde der Fall Katrin Konert 2018 neu aufgerollt?

Ein wichtiger neuer Abschnitt begann im Jahr 2018.

Eine neu besetzte Ermittlungsgruppe der Polizei arbeitete den Fall noch einmal systematisch auf. Dabei wurde auch die Operative Fallanalyse des Landeskriminalamts Niedersachsen einbezogen.

Die Ermittler sichteten ältere Aussagen und Spuren erneut. Gleichzeitig versuchte die Polizei, Menschen aus der Region noch einmal zum Reden zu bewegen. Dabei half auch die erneute öffentliche Aufmerksamkeit.

Der NDR widmete dem Fall mehrere Folgen des Podcasts „Täter Unbekannt“. Zusätzlich war die Polizei über einen längeren Zeitraum direkt in Bergen präsent. Es wurden Flugblätter verteilt und Gespräche mit Menschen aus der Region geführt.

Nach diesen Maßnahmen gingen nach Angaben der Polizei mehr als 170 neue Spuren beziehungsweise Hinweise ein.

Anfang 2019 wurden in diesem Zusammenhang auch größere Waldflächen in der Region durchsucht. Ein öffentlich bekannter Fund, der den Fall vollständig gelöst hätte, ergab sich daraus jedoch nicht.

Die erneute Untersuchung zeigt gleichzeitig, weshalb selbst sehr alte Vermisstenfälle weiter bearbeitet werden. Beziehungen zwischen Menschen verändern sich. Frühere Zeugen bewerten Erinnerungen möglicherweise anders. Neue Ermittlungsmethoden können alte Informationen in einen neuen Zusammenhang stellen.

Seit dieser neuen Ermittlungsphase spielt Kriminalhauptkommissarin Annegret Dau-Rödel eine zentrale Rolle bei der weiteren Aufarbeitung des Falls.

Warum ist ein anonymer Hinweis aus dem Jahr 2018 so wichtig?

Einer der interessantesten öffentlich bekannten Punkte betrifft einen anonymen Hinweisgeber.

Im Jahr 2018 erhielt die Polizei über ein anonymes Hinweissystem Informationen über eine weitere Person, die am Abend des 1. Januar 2001 Kontakt mit Katrin gehabt haben soll.

Der Hinweisgeber nannte den Ermittlern sogar die Adresse dieser Person.

Die Polizei konnte die betreffende Person daraufhin ermitteln und befragen. Nach Angaben der Polizei bestätigte sie tatsächlich, an diesem Abend mit Katrin gesprochen zu haben.

Besonders wichtig ist ein Detail: Die Person erklärte, sie habe Katrin angeboten, sie nach Hause zu fahren. Katrin habe dieses Angebot jedoch abgelehnt.

Damit entstand eine weitere bekannte Begegnung aus der entscheidenden Zeit unmittelbar vor ihrem Verschwinden.

Nach Angaben der Ermittler blieben bei dieser Aussage allerdings Fragen offen, die bis heute nicht vollständig überprüft werden konnten.

Genau deshalb möchten die Ermittler erneut mit dem ursprünglichen anonymen Hinweisgeber sprechen. Über das damalige anonyme Postfach versuchte die Polizei mehrfach, weiteren Kontakt herzustellen. Eine erfolgreiche weitere Kommunikation kam jedoch nicht zustande.

Es wäre falsch, daraus automatisch einen Tatverdacht gegen die genannte Person abzuleiten. Der öffentlich bestätigte Kern ist lediglich, dass diese Begegnung stattgefunden haben soll und die Ermittler dazu noch offene Fragen haben.

Was hat sich im Fall Katrin Konert 2026 getan?

Zum 25. Jahrestag des Verschwindens rückte der Fall erneut stärker in die Öffentlichkeit.

Das Bundeskriminalamt (BKA) nahm Katrin Konert in die bundesweite Kampagne „Spurlos Verschwunden“ auf. Damit sollte die Aufmerksamkeit für ungeklärte Vermisstenfälle von Kindern und Jugendlichen erhöht werden.

Die Ermittler entwickelten außerdem einen ausführlichen neuen Hinweisbogen. Dabei wurden sie nach Angaben der Polizei auch vom International Cold Case Analysis Project unterstützt.

Der Fragebogen richtet sich nicht nur an Menschen, die bislang noch nie mit der Polizei gesprochen haben. Auch frühere Zeugen und Personen aus Katrins damaligem Umfeld sollen ihre Erinnerungen noch einmal prüfen.

Am 3. Juni 2026 wurde der Vermisstenfall erneut in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ behandelt. Ermittlerin Annegret Dau-Rödel war selbst im Studio und appellierte erneut an Menschen, die Informationen haben könnten.

Bereits während beziehungsweise kurz nach der Sendung gingen bei der Polizei weitere Hinweise ein.

Diese wurden anschließend geprüft. Ein sofortiges Geständnis oder eine öffentlich bestätigte entscheidende Spur war nach den ersten Mitteilungen jedoch nicht darunter.

Der Fall bleibt deshalb auch im Oktober 2026 offen.

Die Polizeidirektion Lüneburg hält zudem weiterhin eine Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise bereit, die zur Aufklärung des Falls beitragen.

Was ist im Fall Katrin Konert sicher – und was bleibt Spekulation?

Bei kaum geklärten Kriminalfällen entstehen im Laufe vieler Jahre zahlreiche Geschichten und Theorien. Beim Fall Katrin Konert ist das nicht anders.

Ein Teil dieser Aussagen stammt aus alten Medienberichten, Internetforen oder privaten Vermutungen. Manche Personen wurden über die Jahre öffentlich diskutiert. Das allein macht sie jedoch nicht zu Tätern.

Gerade deshalb sollte man sich auf den bestätigten Kern konzentrieren.

Katrin war 15 Jahre alt. Sie wollte am 1. Januar 2001 von Bergen an der Dumme zurück nach Groß Gaddau. Am Abend herrschten schwierige Straßenbedingungen durch gefrierenden Nieselregen. Im Bereich Bergen gab es mehrere Kontakte und Beobachtungen. Danach verliert sich ihre Spur.

Die Polizei geht heute davon aus, dass ihr wahrscheinlich etwas zugestoßen ist. Trotzdem gibt es keinen öffentlich bestätigten Täter.

Ebenso wenig ist öffentlich geklärt, ob Katrin freiwillig in ein bestimmtes Fahrzeug stieg, wer sie möglicherweise mitnahm oder an welchem Ort sich das entscheidende Geschehen abspielte.

Eine verantwortungsvolle Darstellung darf diese Lücken nicht mit Vermutungen füllen.

Warum kann der Vermisstenfall nach mehr als 25 Jahren noch aufgeklärt werden?

Bei einem so alten Fall erscheint es auf den ersten Blick schwierig, noch entscheidende Antworten zu finden. Für Ermittler können alte Informationen trotzdem wichtig werden.

Menschen, die im Jahr 2001 geschwiegen haben, können heute bereit sein zu sprechen. Freundschaften und Beziehungen verändern sich. Auch ein Detail, das jemand damals für bedeutungslos hielt, kann heute besser eingeordnet werden.

Genau darauf zielen viele der aktuellen Fragen der Polizei.

Die Ermittler interessieren sich beispielsweise dafür, wer am Nachmittag und Abend des 1. Januar 2001 in Bergen unterwegs war. Auch ungewöhnliche Veränderungen bei Personen oder Fahrzeugen kurz nach dem Verschwinden können relevant sein.

Das bedeutet nicht, dass jede alte Erinnerung automatisch eine Spur ist. Sie muss geprüft und mit bereits vorhandenen Informationen verglichen werden.

Für die Familie bleibt zusätzlich ein anderer Punkt entscheidend: Gewissheit. Selbst nach vielen Jahren kann die Klärung eines Vermisstenfalls Angehörigen zumindest die Antwort geben, was mit einem geliebten Menschen geschehen ist.

Wer selbst eine konkrete Erinnerung oder einen echten Hinweis zum Vermisstenfall Katrin Konert hat, sollte nicht versuchen, Verdächtigungen im Internet zu verbreiten. Sinnvoller ist der direkte Kontakt mit der Polizei. Das Polizeikommissariat Lüchow nimmt Hinweise unter 05841/122-0 entgegen; eine anonyme Hinweisabgabe ist ebenfalls möglich.

Häufige Fragen zu Katrin Konert

Ist Katrin Konert noch immer vermisst?

Ja. Stand Oktober 2026 gilt Katrin Konert weiterhin als vermisst. Ein öffentlich bestätigter Fund oder eine vollständige Aufklärung des Falls ist bislang nicht bekannt.

Wie alt war Katrin Konert bei ihrem Verschwinden?

Katrin Konert war am 1. Januar 2001 15 Jahre alt.

Wo wurde Katrin Konert zuletzt gesehen?

Die Polizei nennt als letzten bekannten Bereich den Ortskern von Bergen an der Dumme im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Warum ermittelt die Polizei wegen eines Tötungsdelikts?

Aufgrund der Gesamtheit der bisherigen Ermittlungen vermutet die Polizei, dass Katrin Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte. Ein konkreter Täter ist öffentlich jedoch nicht bestätigt.

Was bedeutet der anonyme Hinweis von 2018?

Ein anonymer Hinweis führte die Ermittler zu einer Person, die bestätigte, am Abend des Verschwindens mit Katrin gesprochen zu haben. Die Person soll ihr eine Fahrt nach Hause angeboten haben, die Katrin ablehnte. Die Polizei möchte weitere offene Fragen dazu klären.

Gab es 2026 neue Hinweise?

Ja. Nach der erneuten Behandlung des Falls bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ am 3. Juni 2026 gingen weitere Hinweise ein. Ein öffentlich bestätigter entscheidender Durchbruch wurde bislang jedoch nicht bekannt.

Gibt es einen bestätigten Täter im Fall Katrin Konert?

Nein. Es gibt öffentlich keinen bestätigten Täter. Namen oder Verdächtigungen aus Foren und nicht verifizierten Berichten sollten deshalb nicht als Tatsachen übernommen werden.

Katrin Konert 2026: Der Fall bleibt offen

Mehr als 25 Jahre nach dem Verschwinden von Katrin Konert fehlt weiterhin die entscheidende Antwort. Fest steht, dass die damals 15-Jährige am 1. Januar 2001 von Bergen an der Dumme nach Hause wollte und ihre Familie nie erreichte.

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Die Ermittlungen wurden über die Jahre mehrfach intensiviert. Besonders seit 2018 wurden alte Spuren neu bewertet, neue Hinweise aufgenommen und Zeugen erneut angesprochen. Auch 2026 versuchten Polizei, Landeskriminalamt Niedersachsen, Bundeskriminalamt und öffentliche Fahndungsformate, neue Informationen zu erhalten.

Trotzdem bleibt Vorsicht wichtig: Was genau mit Katrin geschah, ist bis heute nicht bewiesen. Gerade deshalb sind überprüfbare Hinweise wertvoller als Spekulationen. Wer etwas Relevantes weiß, kann auch Jahrzehnte später noch zur Klärung beitragen.